lets speak podengo!

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Egal wo Du hingehst, Du kommst immer zweimal an!

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  • 1

    Severine Martens

    Lets speak Podengo!

    Egal wo Du hingehst, Du kommst immer zwei mal an!

    Fr Christian, denn ich habe Dir mehr als ein Leben zu

    verdanken! Auf dem Grund meiner Seele steht Dein Baum!

    Fr Leika, Tiffany und Rocky, die immer fr mich da waren! Fr

    Luna und Milow, die immer fr mich da sind! Ihr seid die

    Wrme in meinem Herzen!

    Fr alle notleidenden Hunde auf den Straen und in den

    Tierheimen der Welt.

  • 2

    Texte und Fotos aus dem Blog Fabelschmiede und Wortsalat

    von Severine Martens, Celle-Vorwerk.

    blog: http://fabelschmiede-und-wortsalat.blog.de

    mail: fabelschmiede-und-wortsalat@email.de

    Alle Rechte vorbehalten.

    Herstellung und Verlag:

    BoD Books on Demand,

    Norderstedt

    ISBN 978-3-8482-2512-5

    Books on Demand GmbH

    In den Tarpen 42

    22848 Norderstedt

    tel.: 040-534335-96

    fax: 040-534335-84

    mail: info@bod.de

    web: http://www.bod.de

  • 3

    Inhalt

    ber dieses Booklet Seite 05

    Do you speak Podengo?

    I. Milow und der Mll Seite 07

    II. Milow und seine neue Welt Seite 13

    III. Milow und die Strae Seite 21

    IV. Milow und sein Zu Hause Seite 29

    ber mich Seite 35

    (Milow bei seiner Ankunft in Deutschland)

  • 4

  • 5

    ber dieses Booklet

    Alles begann mit einem Beitrag namens do you speak

    podengo? in meinem Blog Fabelschmiede und Wortsalat, der

    bei meinen Lesern unerwarteten Anklang fand. Aus der ganzen

    Welt erreichten mich Nachrichten, Tipps und viele tolle

    Ratschlge im Umgang mit ehemaligen Straenhunden.

    Innerhalb weniger Wochen folgten insgesamt drei weitere

    Berichte ber das Leben und die Ankunft meines Hundes Milow

    in unserer Wohlstandgesellschaft Deutschland. Mit dem

    vierten Teil schloss ich die Reihe ab: Wir werden den Milow nie

    wieder Straenhund nennen, denn er ist keiner mehr!

    Meine ursprngliche Planung war, die do you speak podengo?

    Texte als eigenstndiges Kapitel in einem greren

    Buchprojekt unterzubringen. Da die Verffentlichung von

    Stadt der Hunde voraussichtlich erst zum Sommer nchsten

    Jahres mglich wird, habe ich mich entschlossen, do you speak

    podengo? vorab als kleines Booklet herauszubringen.

    Mit Lets speak Podengo! habe ich versucht, alle vier Folgen

    zusammenzufgen, ohne den ursprnglichen Charakter der

    doch recht spontan geschriebenen Blog-Beitrge zu verndern.

    Gleichzeitig soll aber deutlich werden, dass Ihr unsere Fragen

    allesamt beantwortet habt und fr Milow nun ein neues Leben

    jenseits der Strae begonnen hat!

    Danke fr die groartige Hilfe und Untersttzung und Danke

    fr viele neue Freunde!

    Ich wnsche Euch allen viel Freude beim Lesen!

  • 6

    (Milows Lebensgefhrtin Luna)

  • 7

    I. Milow und der Mll

    Milow ist der beste Hund der Welt, wie alle Hunde, die bei mir

    leben und gelebt haben!

    Milow geht nicht Gassi wie andere Hunde. Milow geht raus, um

    sich auf die Suche nach Fressbarem zu begeben. Stndig in

    Fluchtbereitschaft und stndig in Angst davor, dass ihm weh

    getan wird.

    Milow ist ein Straenhund Milow geht containern!

    Hunde haben eben nicht die Angewohnheit, hinterher zu fegen,

    nachdem sie Mlltonnen umgeworfen und leergefressen haben.

    Hungrige Straenhunde schon gar nicht! Mlltonnen

    umzuschmeien macht Krach und viel Gescheppere. Menschen

    wissen diesen Krach nicht zu schtzen und den eingesauten

    Hof schon gar nicht. Und Menschen wissen sich zu wehren

    gegen diese Gewohnheiten der Straenhunde. Sie wissen es

    sehr gut, Steine zu schmeien auf die Hunde oder andere harte

    Dinge, die weh tun, wenn sie einen treffen. Menschen haben

    Gewehre und Pistolen, die noch mehr weh tun und auch tot

    machen knnen. Menschen stellen Fallen auf und fangen die

    Hunde ein um sie dann einzusperren, zu prgeln oder auch zu

    tten. All dieses wei der Straenhund. Irgendwann hat es

    ber viele Schmerzen hinweg einfach gelernt: Menschen tun

    mir weh, wenn ich fressen will, weil ich einfach nur

    unertrglichen Hunger habe.

  • 8

    Fressen auf der Strae oder auf fremden Hfen ist fr den

    Straenhund immer mit Gefahren verbunden. Gefahren fr

    Leib und Leben. Hunger und Fressen werden immer mit Obacht,

    allerhchster Vorsicht und auch Angst verknpft sein. Wer

    zwei Jahre auf der Strae gelebt hat und vielleicht auch dort

    aufgewachsen ist, der ist fr sein Leben hiervon geprgt.

    Hunger ist verbunden mit Losgehen und Fressbares suchen, mit

    Laufen und immer vorsichtig sein. Also wird bei der

    Aufforderung zum Gassi oder hnlichem immer der Impuls

    mittackern: wir gehen jetzt was zu Fressen suchen. Und auf

    der Strae wird man auch nie satt, in der Regel jedenfalls

    nicht. Man muss immer und jede Gelegenheit nutzen, etwas in

    den Magen zu bekommen. Der winzigste Krmel auf dem Weg

    wird im Moment zum Wichtigsten im Leben, quasi zur

    berlebensstrategie. Man wei nie, wann die nchste

    Gelegenheit kommt, wieder zu fressen und etwas in den Magen

    zu bekommen. Morgen knnte man verhungern. Und zum

    berleben muss man sich immer wieder den Gefahren auf den

    Hfen der Menschen aussetzten. Man lernt vorsichtig zu sein

    und pltzlichen Geruschen zu misstrauen.

    Wie lange wird ein Hund nach so langer Zeit ewigen

    Kohldampfes brauchen, bis im Kopf ankommt, dass es jeden

    Abend zuhause satt und anstndig zu Fressen gibt. Wie lange

    wird es dauern, bis der Hunger am Tage ertrglich wird und

    das tgliche Ausgehen oder Ausfahren nicht nur mit der Suche

    nach Fressbarem verbunden wird. Wann wird ein ehemaliger

    Straenhund mal entspannt durch die Gegend ziehen und den

    Gerchen von Artgenossen nachgehen ohne die andauernde

    Ablenkung durch den Geruch von irgendetwas Fressbarem in

  • 9

    der Nhe. Und ohne die den Hunger stndig begleitende Angst

    vor Schmerzen. Ohne den ewigen Gedanken an Flucht, weil

    Hunger mit Fressen verbunden ist, und Fressen mit Angst und

    Gefahr.

    Ich wnsche es meinem Milow sehr!

    Gut, die ein paar Monate, die er jetzt in unserer

    Wohlstandgesellschaft lebt, knnen noch nicht viel bewegen.

    Und die Strae mit den ganzen Erinnerungen und Prgungen

    wird ihn wohl ein ganzes hoffentlich sehr langes Leben

    begleiten. Ich mchte ihm mit der Zeit diese Angst nehmen

    knnen, in den nchsten Tagen zu verhungern, wenn nicht

    jedem Moment nach Fressen Ausschau gehalten wird. Ich

    freue mich auf den ersten Tag auf der Hundewiese, wo er

    nicht nach einer Weile spielen mit anderen Hunden wieder

    umschaltet auf Futtersuche. Den Tag an dem er wenn auch

    hungrig und mit Kohldampf einfach wei, dass es abends wie

    immer etwas zu fressen gibt. Und das vllig selbstverstndlich,

    reichlich und ausgewogen! Den Tag, an dem Drauen-Sein fr

    ihn nicht gleichzeitig stndige Gefahr und andauernde

    Ausschau nach Fluchtmglichkeiten bedeutet. Den Tag, an dem

    wir gemeinsam unsere Nase in Mauselcher stecken und es gar

    nicht schlimm ist, wenn wir sie nicht erwischen - weil es

    einfach Gaudi macht, so was zusammen zu tun - und weil es

    einfach nur saugut riecht, dieses Mauseloch, das wir

    gemeinsam etwas grer gebuddelt haben. Zuhause gibts eh zu

    essen.! Wir haben uns doch nur etwas Appetit geholt ganz

    entspannt mit viel Spass. Auf diesen Tag freuen ich mich

  • 10

    ganz doll! fr mich und erst recht fr Milow den ollen

    Portugiesischen Podengo.

    Vieles ist besser geworden in den letzten 6 Wochen. Jetzt wo

    ich dieses schreibe, erinnere ich mich an das erste Ausgehen

    mit Milow. Es war seltsam und irgendwie anders als mit allen

    anderen Hunden, die bisher ihr Leben oder einen Teil davon mit

    mir verbrachten. Gut, alle Hunde sind verschieden, jeder ist

    anders. Aber mit Milow auszugehen, das war auf eine andere

    Art anders, die ich schwer beschreiben kann. Da war nicht nur

    das Fehlen jeglicher Erziehung und Menschenbindung da war

    einerseits ein unglaublicher Freiheitsdrang andererseits

    diese stndige Obacht und Fluchtbereitschaft, die ich nicht

    verstehen konnte und an der ich heute noch zu knacken habe.

    Ich wsste so gerne mehr ber ihn - ber seine

    Lebensgeschichte und seine Erlebnisse. Aber wer merkt sich

    schon die Erlebnisse eines Straenhundes und schreibt das

    dann noch auf? Einiges hat er mir dann ja doch erzhlt, wie ihr

    lesen konntet und damit knnen wir beide dann auch leben.

    Wir sind auf dem Weg und ich bin eben auch kein Hund ich

    stamme nur von Affen ab und brauche deshalb des fteren

    etwas lnger, um zu verstehen. Zeit ist heute unser bester

    Freund unser allerbester Freund. Gut Ding will Weile haben

    sagt ein altes Sprichwort. Und in einem noch langen

    Hundeleben haben wir drei Dinge reichlich: Fressen, Zeit und

    die Weile, jederzeit zu fressen!

    Ich bin ein Glckpilz, weil Milow den Weg zu mir gefunden hat.

    Und die kleine Luna ist auch ein Glckspilz, weil sich beide

    mgen und sich gerade in diesem Moment im Schlafzimmer

  • 11

    wieder eine Kissenburg bauen. Und Milow? ... weil ich es mir so

    sehr wnsche ... Milow ist der grte Glckspilz von uns allen,

    denn er hat jetzt ein zuhause!! Und er hat uns!

    Dank